Tag 19: Wie machst du die Welt zu einem besseren Ort?
Da gibt es ausnahmsweise mal gleich einiges, was mir sofort dazu einfällt. :)
Mir waren die Welt und ein guter Mensch zu sein schon immer ziemlich wichtig. Als Kind hatte ich als mein "Lebensmotto" einen Spruch, den ich mir selbst ausgedacht hatte:
Keine Autos, keine Straßen, alle Pferde können grasen, alle Wege sind bemoost.
Und ja, das ist vielleicht ein bisschen extrem und sehr plakativ ;) Aber es lag mir einfach damals schon sehr am Herzen, mich um die Umwelt und die Natur zu kümmern und die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Wie setze ich das jetzt heute um?
Mir ist Mülltrennung wichtig. Ich mache all diese Standarddinge, wie, die Heizung ausdrehen wenn ich das Fenster ausmache. (Mittlerweile kommt natürlich auch der finanzielle Aspekt dazu, warum das Sinn macht.)
Ich kaufe bio und regional wann immer das möglich ist und versuche, einfach bewusst zu konsumieren. Selten Fleisch zu essen, zum Beispiel. Kein Obst außer Saison zu kaufen, oder eher die Lebensmittel mit weniger Verpackung. Nicht zu viel, so dass ich nichts wegwerfen muss.
Auch bei Kleidung und Elektronik ist mir das wichtig. Ich habe zum Beispiel ein Fairphone. Das ist ein Smartphone, das bei der Produktion soziale Werte sehr wichtig nimmt: Es hält möglichst lange (besteht zum Beispiel auch aus verschiedenen Modulen, die man selbst auseinanderbauen und für wenig Geld ersetzen kann, so dass man nicht gleich ein neues Handy braucht wenn nur der Stecker kaputt ist), die Materialien wurden so fair wie möglich angeschafft, die Firma achtet auf gute Arbeitsbedingungen, und sie fördern Wiederverwendung und Recycling der Geräte. Ich habe das Handy jetzt schon seit zwei oder drei Jahren und trotz kleinerer Macken funktioniert es hervorragend und ich kann auch einfach immer selbst oder mithilfe der Community alle Probleme lösen, die ich habe. Es gibt mir ein wahnsinnig gutes Gefühl, ein so faires Handy zu benutzen.
Wenn ich neue Kleidung brauche und genügend Geld habe, kaufe ich auch manchmal bei Armed Angels ein. Die produzieren bio, nachhaltig und fair. Oder, meine neuen Barfußschuhe. Wobei ich da erst beim Kauf erfahren hab, dass die komplett in Deutschland produziert wurden ;)
All das mach ich natürlich nicht immer. Es ist oft teuer oder umständlich. Bei Kleidung und Elektronik sind es eher einzelne, besondere Anschaffungen, die ich mache. Bei Lebensmitteln ist es mehr in meinem Alltag, aber trotzdem mache ich dort auch viele Ausnahmen und achte nicht sehr streng darauf. Es geht mir eher darum, dass ich mir immer im Klaren darüber bin was ich kaufe, und mich bemühe, dabei bewusste und informierte Entscheidungen zu treffen.
Manchmal machen sich Leute über diese "Öko-Tendenzen" lustig. Aber für mich ist es einfach ein Teil von der Person, die ich bin. Es macht mich unglaublich glücklich und zufrieden, wenn ich mich bemühe, nachhaltig und fair und umweltfreundlich zu leben. Wir sind nicht alleine auf dieser Welt, und diese Welt hat auch nicht grenzenlose Ressourcen zu bieten, und deshalb tut es mir und allen anderen gut, wenn ich darauf achte, wie ich in dieser Welt lebe.
Deshalb spende ich auch gerne in Kampagnen, die ich online sehe und die mir am Herzen liegen, oder ich gebe Mikrokredite bei Kiva. (Das ist wie Spenden, nur eben nicht, weil die Personen, die sonst keinen Kredit bekommen würden, alles wieder zurückzahlen. Halt langsam, und in kleinen Beträgen. Aber fast immer ganz.)
Das alles war jetzt ehrlich gesagt einfach nur Werbung für die ganzen coolen Dinge, von denen ich so begeistert bin ;) Es fühlt sich ein bisschen an wie angeben, und ich muss mich echt zusammenreißen, das nicht zu relativieren oder kleiner zu reden. Ich will echt nicht angeben, aber ich bin halt ehrlich begeistert und überzeugt von diesen Dingen, und wenn es hier um Selbstliebe geht, dann... ja, dann will ich das auch mal herausstellen.
Aber von all diesen materiellen Dingen abgesehen: Ich finde, ich (und so viele andere Menschen) mach die Welt auch einfach dadurch zu einem besseren Ort, dass ich gute Werte habe und nett zu anderen bin und mich selbst verbessere und dadurch diese positiven Dinge ein Stück weiter verteile, bis sie sich immer weiter ausbreiten. Wenn ich jemanden auf der Straße anlächle, lächelt der vielleicht die nächste an, weil er sich darüber so gefreut hat, und so trägt sich das immer weiter. Wenn ich in den Fandoms in denen ich bin, positiv und ruhig bin und von meinen Überzeugungen erzähle, beeinflusst das die Menschen, die mir auf Twitter und Tumblr folgen, und es verändert sie vielleicht auf kleine Arten, so dass auch sie das wieder weiter tragen können (genau so, wie ich auch es mache mit den Dingen, die ich online lerne und gut finde). Wenn ich jemandem öffentlich einen netten Kommentar hinterlasse oder meine Geschichte erzähle oder einen Spruch poste, der mich bewegt hat, dann sieht das jemand anderes und fühlt sich berührt und lernt etwas für sich und schon wieder ist die Welt ein kleines bisschen besser.
Ich glaube, dass wir alle, die wir nett und empathisch und leidenschaftlich und bewegt sind, die Welt sehr viel mehr verändern, als uns oft bewusst ist. Veränderungen passieren langsam und unterschwellig. Es sind nicht immer die deutlichen und großen Dinge, die wirklich nachhaltig Wirkung zeigen. Meistens ist es glaub ich viel eher, dass wir durch unser Dasein auf dieser Welt, wo wir ständig bemüht sind, uns selbst zu verbessern, auch automatisch andere mitbeinflussen. Und wenn wir eben positiv an uns selbst arbeiten, arbeiten wir auch ganz ohne uns anzustrengen positiv an anderen mit.
Und wenn uns das bewusst wird, können wir es sogar nutzen und noch mal um so vieles verstärken.
Und das finde ich schön. :)
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Freitag, 4. Mai 2018
Montag, 25. April 2016
Heimat
Beitrag zum 95. Thema des Blogideekasten: Heimat (Verbundenheit)
Ich bin in einem kleinen Landkreis mitten im tiefsten Niederbayern geboren. Der Ort, wo ich aufgewachsen bin, hat 14 Einwohner. Wir sind drei Höfe, unserer und der meines Onkels mit seiner Familie ist stillgelegt, der dritte wird noch bewirtschaftet.
Egal wohin ich schaue, von zuhause aus sehe ich immer nur Wald und Felder. Und ein paar Kirchturmspitzen vielleicht.
Zuhause habe ich Matschkugeln gerollt, bin durch die Wälder gegangen, auf Bäume geklettert, bin barfuß in Wespen und Hühnerkacke getreten. Ich bin auf Strohballen geklettert und habe tiefsinnige Gedanken gedacht, die man so hat wenn man in der Pubertät ist, ich hab Verstecke gesucht und gefunden und habe mit Freunden alles zu meinem gemacht, was ich zu meinem machen konnte.
Die Städte, in denen ich zur Schule ging, waren klein. Stadtbusse gab es nicht und auch wenn mir damals alles groß vor kam, Stadt eben, war man in nicht einmal einer halben Stunde zu Fuß so ziemlich überall.
Die Stadt war voll und laut und das Kopfsteinpflaster unter meinen Füßen fühlte sich an wie tausend Möglichkeiten.
Im Gegensatz zu anderen wurde mir das alles nicht zu klein. Ich war immer gerne zuhause, in der Natur, wo alles ruhig ist.
Je älter ich wurde, umso öfter besuchte ich große Städte, fuhr ich lange Strecken mit dem Zug. Ich sah, wie klein und gemütlich meine eigene Welt war, und liebte sie von ganzem Herzen. Die größeren Städte waren aufregend und steckten voller verschiedener Wege und ich fühlte mich stark, wenn ich alleine durch die Welt reisen konnte.
Mit 18 zog ich weg, um an der Uni zu studieren. Die Stadt konnte sich bereits Großstadt nennen (wenn auch gerade so), es gab verschiedene Buslinien die alle paar Minuten oder mindestens einmal in der Stunde fuhren, mindestens drei Supermärkte in unmittelbarer Nähe und einen ICE-Bahnhof. Die Stadtteile waren groß und die Straßenbahn das Symbol für Spontanität.
Meine Wohnung war ganz anders als das große Haus, in dem ich aufgewachsen war, aber eine meiner besten Freundinnen schlief im Zimmer nebenan und in den ersten Wochen fühlte es sich an wie eine Reise und übernachten.
Die Dinge sammelten sich und die Wohnung wurde gemütlich und der Alltag brachte das Gefühl von Sicherheit. Ich fing an "zu Hause" anstatt "in der Wohnung" zu sagen. Der Schlüssel in der Hand und der Ausblick aus dem Fenster fühlten sich nicht mehr ungewohnt an, und ich konnte die Buslinien auswendig.
Verschiedene Ecken der Stadt zu sehen, schrumpfte sie in Gedanken. Auch zu Fuß wurden die Wege kürzer und überschaubarer, die Straßennamen klangen nicht mehr fremd und ich wusste, wo ich welche Dinge kaufen konnte.
Der Unterschied zu den Millionenstädten, die ich manchmal besuchte, wurde langsam klar.
Jetzt ist es zweieinhalb Jahre später und ich wohne immer noch hier, und irgendwann, während der Alltag passierte, und Wochen und Monate und Feste und Prüfungen und Zugfahrten und Besuche, ist es eine zweite Heimat geworden. Den Ausblick auf die Stadt zeige ich mit Stolz, ich kenne Restaurants und schöne Plätze und gute Bäckereien, und Touristen erkläre ich den Weg.
Meine Wohnung ist Geborgenheit und das Holz des Treppengeländers in dem alten Gebäude an der Uni fühlt sich beinahe an wie Liebe und die Sonne im Gesicht mit den Beinen über dem Fluss neben all den anderen Leuten die dort sitzen, ist meins.
Wenn ich nicht hier bin, vermisse ich es.
Und ich vermisse auch den Ort, wo ich aufgewachsen bin und das Haus meiner Eltern ist immer noch zuhause und die Wälder und Wiesen sind wie immer und die kleine Stadt, in der der zweiwagonige Zug hält, ist immer noch meine - vielleicht mehr als je zuvor.
Die Frage danach, woher ich komme, beantworte ich mit Stolz und wenn der Bahnhof in Sicht kommt muss ich lächeln und wenn ich für längere Zeit dort bin, ist alles anders aber doch genauso wie immer.
Heimat ist das, was ich vermisse wenn ich nicht dort bin, und wo ich mich wohl fühle, wenn ich es habe. Heimat ist Stolz und Geborgenheit und Zufriedenheit, Heimat ist meins, Vertrautheit und Glück.
Meine Freundin ist auch Heimat, und meine Freunde sind Heimat. Meine Familie ist Heimat und die Orte, wo ich wohne.
Egal wo ich bin, es wird immer eine Heimat geben, die mir fehlen wird. Eine, die ich schrecklich vermisse und wegen der sich mein Herz verkrampft, weil sie nicht da ist.
Aber egal wie oft ich irgendwohin reise, fast immer ist es an einen Ort (oder zu einem Mensch, oder beides), den ich Heimat nenne. Egal wohin ich fahre, ich weiß dass ich dort ein zuhause habe, und ich weiß, dass ich mich seit langem darauf freue.
Irgendwann werde ich vielleicht von meiner neuen Heimatstadt weg müssen.
Vor einem Jahr dachte ich, ich würde nach dem Bachelor zu Karo ziehen. Bei dem Gedanken daran, dass ich meine neue Heimat zurücklassen müsste, und dass die Heimat in der ich groß geworden bin sooo weit weg sein würde, wurde mir regelmäßig schlecht.
Jetzt werde ich hier bleiben, und weiterhin mit vielen Heimaten und Entfernungen jonglieren, erst mal. Was dann kommt, wer weiß. Vielleicht werde ich an einem neuen Ort eine Heimat finden, vielleicht werde ich eine Heimat zurücklassen und nur in Erinnerungen behalten.
Ich weiß nur, dass ich die Heimaten, die ich jetzt habe, und die Geborgenheit die sie mir schenken, von ganzem Herzen liebe. Und das wahrscheinlich für immer tun werde.
Und jetzt esse ich Pommes.
:)
Ich bin in einem kleinen Landkreis mitten im tiefsten Niederbayern geboren. Der Ort, wo ich aufgewachsen bin, hat 14 Einwohner. Wir sind drei Höfe, unserer und der meines Onkels mit seiner Familie ist stillgelegt, der dritte wird noch bewirtschaftet.
Egal wohin ich schaue, von zuhause aus sehe ich immer nur Wald und Felder. Und ein paar Kirchturmspitzen vielleicht.
Zuhause habe ich Matschkugeln gerollt, bin durch die Wälder gegangen, auf Bäume geklettert, bin barfuß in Wespen und Hühnerkacke getreten. Ich bin auf Strohballen geklettert und habe tiefsinnige Gedanken gedacht, die man so hat wenn man in der Pubertät ist, ich hab Verstecke gesucht und gefunden und habe mit Freunden alles zu meinem gemacht, was ich zu meinem machen konnte.
Die Städte, in denen ich zur Schule ging, waren klein. Stadtbusse gab es nicht und auch wenn mir damals alles groß vor kam, Stadt eben, war man in nicht einmal einer halben Stunde zu Fuß so ziemlich überall.
Die Stadt war voll und laut und das Kopfsteinpflaster unter meinen Füßen fühlte sich an wie tausend Möglichkeiten.
Im Gegensatz zu anderen wurde mir das alles nicht zu klein. Ich war immer gerne zuhause, in der Natur, wo alles ruhig ist.
Je älter ich wurde, umso öfter besuchte ich große Städte, fuhr ich lange Strecken mit dem Zug. Ich sah, wie klein und gemütlich meine eigene Welt war, und liebte sie von ganzem Herzen. Die größeren Städte waren aufregend und steckten voller verschiedener Wege und ich fühlte mich stark, wenn ich alleine durch die Welt reisen konnte.
Mit 18 zog ich weg, um an der Uni zu studieren. Die Stadt konnte sich bereits Großstadt nennen (wenn auch gerade so), es gab verschiedene Buslinien die alle paar Minuten oder mindestens einmal in der Stunde fuhren, mindestens drei Supermärkte in unmittelbarer Nähe und einen ICE-Bahnhof. Die Stadtteile waren groß und die Straßenbahn das Symbol für Spontanität.
Meine Wohnung war ganz anders als das große Haus, in dem ich aufgewachsen war, aber eine meiner besten Freundinnen schlief im Zimmer nebenan und in den ersten Wochen fühlte es sich an wie eine Reise und übernachten.
Die Dinge sammelten sich und die Wohnung wurde gemütlich und der Alltag brachte das Gefühl von Sicherheit. Ich fing an "zu Hause" anstatt "in der Wohnung" zu sagen. Der Schlüssel in der Hand und der Ausblick aus dem Fenster fühlten sich nicht mehr ungewohnt an, und ich konnte die Buslinien auswendig.
Verschiedene Ecken der Stadt zu sehen, schrumpfte sie in Gedanken. Auch zu Fuß wurden die Wege kürzer und überschaubarer, die Straßennamen klangen nicht mehr fremd und ich wusste, wo ich welche Dinge kaufen konnte.
Der Unterschied zu den Millionenstädten, die ich manchmal besuchte, wurde langsam klar.
Jetzt ist es zweieinhalb Jahre später und ich wohne immer noch hier, und irgendwann, während der Alltag passierte, und Wochen und Monate und Feste und Prüfungen und Zugfahrten und Besuche, ist es eine zweite Heimat geworden. Den Ausblick auf die Stadt zeige ich mit Stolz, ich kenne Restaurants und schöne Plätze und gute Bäckereien, und Touristen erkläre ich den Weg.
Meine Wohnung ist Geborgenheit und das Holz des Treppengeländers in dem alten Gebäude an der Uni fühlt sich beinahe an wie Liebe und die Sonne im Gesicht mit den Beinen über dem Fluss neben all den anderen Leuten die dort sitzen, ist meins.
Wenn ich nicht hier bin, vermisse ich es.
Und ich vermisse auch den Ort, wo ich aufgewachsen bin und das Haus meiner Eltern ist immer noch zuhause und die Wälder und Wiesen sind wie immer und die kleine Stadt, in der der zweiwagonige Zug hält, ist immer noch meine - vielleicht mehr als je zuvor.
Die Frage danach, woher ich komme, beantworte ich mit Stolz und wenn der Bahnhof in Sicht kommt muss ich lächeln und wenn ich für längere Zeit dort bin, ist alles anders aber doch genauso wie immer.
Heimat ist das, was ich vermisse wenn ich nicht dort bin, und wo ich mich wohl fühle, wenn ich es habe. Heimat ist Stolz und Geborgenheit und Zufriedenheit, Heimat ist meins, Vertrautheit und Glück.
Meine Freundin ist auch Heimat, und meine Freunde sind Heimat. Meine Familie ist Heimat und die Orte, wo ich wohne.
Egal wo ich bin, es wird immer eine Heimat geben, die mir fehlen wird. Eine, die ich schrecklich vermisse und wegen der sich mein Herz verkrampft, weil sie nicht da ist.
Aber egal wie oft ich irgendwohin reise, fast immer ist es an einen Ort (oder zu einem Mensch, oder beides), den ich Heimat nenne. Egal wohin ich fahre, ich weiß dass ich dort ein zuhause habe, und ich weiß, dass ich mich seit langem darauf freue.
Irgendwann werde ich vielleicht von meiner neuen Heimatstadt weg müssen.
Vor einem Jahr dachte ich, ich würde nach dem Bachelor zu Karo ziehen. Bei dem Gedanken daran, dass ich meine neue Heimat zurücklassen müsste, und dass die Heimat in der ich groß geworden bin sooo weit weg sein würde, wurde mir regelmäßig schlecht.
Jetzt werde ich hier bleiben, und weiterhin mit vielen Heimaten und Entfernungen jonglieren, erst mal. Was dann kommt, wer weiß. Vielleicht werde ich an einem neuen Ort eine Heimat finden, vielleicht werde ich eine Heimat zurücklassen und nur in Erinnerungen behalten.
Ich weiß nur, dass ich die Heimaten, die ich jetzt habe, und die Geborgenheit die sie mir schenken, von ganzem Herzen liebe. Und das wahrscheinlich für immer tun werde.
Und jetzt esse ich Pommes.
:)
Freitag, 9. Oktober 2015
Praktikumsabschiedsschmerz.
Heute war mein letzter Arbeitstag im Praktikum.
Ich studiere Psychologie, und muss dafür 12 Wochen lang Praktikum machen. Die ersten 8 Wochen habe ich bis vor einer Stunde in der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle in der Kleinstadt in der Nähe meiner Eltern gemacht.
Das Praktikum war einfach perfekt :) Ich war anfangs sehr nervös, aber wurde total schnell ganz locker aufgenommen und hab mich gleich gut mit allen verstanden. In den letzten Wochen bin ich immer stärker ins Team reingewachsen, war bei fast jedem mal in Gesprächen dabei, hab mich mit allen privat unterhalten. Mit manchen habe ich auch sehr persönliche und tiefe Gespräche geführt. Gerade diese Menschen sind mir in der kurzen Zeit unglaublich ans Herz gewachsen, und ich habe mich immer gefreut sie zu sehen.
Auch die Arbeit war total schön. Ich durfte bei vielen Gesprächen mit Eltern, Kindern oder Jugendlichen dabei sein, wo es echt um alle möglichen Themen ging. Es war total spannend, in so viele verschiedene Leben einen Einblick zu bekommen, und vor allem auch Fortschritte in den Beratungen und Therapien zu sehen. Wenn ich nach den Sitzungen mit den Kollegen darüber geredet hab, war das auch immer total spannend. Oft habe ich auch die Sitzungen noch zusammengefasst.
Ich bin so richtig in die Arbeit reingekommen, hab Abläufe miterlebt, immer mehr von Therapieprozessen verstanden, hab auch selbst mal mit einer Kollegin ein Gespräch geübt. Mir sind Klienten wichtig geworden, deren weitere Geschichte ich jetzt leider nicht mehr mitbekommen kann. Ich habe was darüber gelernt mit welchen Leuten ich gut klarkomme, und mit welchen weniger. Es waren intensive, heftige Gespräche dabei, anstrengende und nervige, lustige und erfrischende.
Ich hab so viel im Praktikum gelernt, was ich hoffentlich lange nicht vergesse, weil ich es später bestimmt mehr brauchen kann als vieles, was ich an der Uni lerne.
Als mir heute Mittag alle im Team gesagt haben, was sie von mir gehalten haben, und ich so viel Lob und Herzlichkeit gehört habe, als ich gehört habe dass man mir Dinge so gut anvertrauen kann, dass ich eine super Psychologin sein werde, dass eine Kollegin mich echt vermissen wird und das bei weitem nicht allen Praktikanten sagen würde, dass man sich gut vorstellen könnte dass ich hier einfach bleibe und weiterarbeite - da war ich schon unglaublich gerührt und bewegt.
Als ich mich gerade vorhin von der letzten Kollegin verabschiedet habe und zur Tür raus bin, kamen mir die Tränen, die ich noch zurückgehalten hab, bis ich im Auto saß.
Ich werd die Leute dort so vermissen. Ich werd die Arbeit vermissen, die Erfahrungen, die Gespräche mit Klienten und Kollegen.
Wenn ich genau jetzt im Moment gefragt werden würde, dann würde ich am liebsten dort einfach arbeiten. Jetzt auf der Stelle. So richtig. Nie wieder weggehen und wie die unglaublich liebe Sekretärin vor ein paar Wochen irgendwann mein 35. Jubiläum feiern. Mitbekommen wie die Kolleginnen über Kinder und Männer reden und weiter Fotobücher von romantischen Paarurlauben zeigen und irgendwann sagen dass sie schwanger sind. Auf Zeltlager mitfahren und bei ausgefallenen Terminen über Sex reden. Fachliche Meinungen über Klienten austauschen und Gespräche führen, gemeinsam und allein.
Aber ich freue mich ja auch darauf, dass ich wieder in meine Uni-Stadt kann, mit meiner besten Freundin zusammenleben, meine Uni-Freunde treffen und deren Leben wieder mitbekommen. Dass ich meinen Bachelor mache und zu meiner Freundin ziehen kann. Dass ich meinen Master mache und noch viel viel mehr lerne. Das ist ja auch alles schön, und alles gut, und ich freu mich drauf.
Aber das Praktikum war eben auch schön. <3
Ich studiere Psychologie, und muss dafür 12 Wochen lang Praktikum machen. Die ersten 8 Wochen habe ich bis vor einer Stunde in der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle in der Kleinstadt in der Nähe meiner Eltern gemacht.
Das Praktikum war einfach perfekt :) Ich war anfangs sehr nervös, aber wurde total schnell ganz locker aufgenommen und hab mich gleich gut mit allen verstanden. In den letzten Wochen bin ich immer stärker ins Team reingewachsen, war bei fast jedem mal in Gesprächen dabei, hab mich mit allen privat unterhalten. Mit manchen habe ich auch sehr persönliche und tiefe Gespräche geführt. Gerade diese Menschen sind mir in der kurzen Zeit unglaublich ans Herz gewachsen, und ich habe mich immer gefreut sie zu sehen.
Auch die Arbeit war total schön. Ich durfte bei vielen Gesprächen mit Eltern, Kindern oder Jugendlichen dabei sein, wo es echt um alle möglichen Themen ging. Es war total spannend, in so viele verschiedene Leben einen Einblick zu bekommen, und vor allem auch Fortschritte in den Beratungen und Therapien zu sehen. Wenn ich nach den Sitzungen mit den Kollegen darüber geredet hab, war das auch immer total spannend. Oft habe ich auch die Sitzungen noch zusammengefasst.
Ich bin so richtig in die Arbeit reingekommen, hab Abläufe miterlebt, immer mehr von Therapieprozessen verstanden, hab auch selbst mal mit einer Kollegin ein Gespräch geübt. Mir sind Klienten wichtig geworden, deren weitere Geschichte ich jetzt leider nicht mehr mitbekommen kann. Ich habe was darüber gelernt mit welchen Leuten ich gut klarkomme, und mit welchen weniger. Es waren intensive, heftige Gespräche dabei, anstrengende und nervige, lustige und erfrischende.
Ich hab so viel im Praktikum gelernt, was ich hoffentlich lange nicht vergesse, weil ich es später bestimmt mehr brauchen kann als vieles, was ich an der Uni lerne.
Als mir heute Mittag alle im Team gesagt haben, was sie von mir gehalten haben, und ich so viel Lob und Herzlichkeit gehört habe, als ich gehört habe dass man mir Dinge so gut anvertrauen kann, dass ich eine super Psychologin sein werde, dass eine Kollegin mich echt vermissen wird und das bei weitem nicht allen Praktikanten sagen würde, dass man sich gut vorstellen könnte dass ich hier einfach bleibe und weiterarbeite - da war ich schon unglaublich gerührt und bewegt.
Als ich mich gerade vorhin von der letzten Kollegin verabschiedet habe und zur Tür raus bin, kamen mir die Tränen, die ich noch zurückgehalten hab, bis ich im Auto saß.
Ich werd die Leute dort so vermissen. Ich werd die Arbeit vermissen, die Erfahrungen, die Gespräche mit Klienten und Kollegen.
Wenn ich genau jetzt im Moment gefragt werden würde, dann würde ich am liebsten dort einfach arbeiten. Jetzt auf der Stelle. So richtig. Nie wieder weggehen und wie die unglaublich liebe Sekretärin vor ein paar Wochen irgendwann mein 35. Jubiläum feiern. Mitbekommen wie die Kolleginnen über Kinder und Männer reden und weiter Fotobücher von romantischen Paarurlauben zeigen und irgendwann sagen dass sie schwanger sind. Auf Zeltlager mitfahren und bei ausgefallenen Terminen über Sex reden. Fachliche Meinungen über Klienten austauschen und Gespräche führen, gemeinsam und allein.
Aber ich freue mich ja auch darauf, dass ich wieder in meine Uni-Stadt kann, mit meiner besten Freundin zusammenleben, meine Uni-Freunde treffen und deren Leben wieder mitbekommen. Dass ich meinen Bachelor mache und zu meiner Freundin ziehen kann. Dass ich meinen Master mache und noch viel viel mehr lerne. Das ist ja auch alles schön, und alles gut, und ich freu mich drauf.
Aber das Praktikum war eben auch schön. <3
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