Tag 19: Wie machst du die Welt zu einem besseren Ort?
Da gibt es ausnahmsweise mal gleich einiges, was mir sofort dazu einfällt. :)
Mir waren die Welt und ein guter Mensch zu sein schon immer ziemlich wichtig. Als Kind hatte ich als mein "Lebensmotto" einen Spruch, den ich mir selbst ausgedacht hatte:
Keine Autos, keine Straßen, alle Pferde können grasen, alle Wege sind bemoost.
Und ja, das ist vielleicht ein bisschen extrem und sehr plakativ ;) Aber es lag mir einfach damals schon sehr am Herzen, mich um die Umwelt und die Natur zu kümmern und die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Wie setze ich das jetzt heute um?
Mir ist Mülltrennung wichtig. Ich mache all diese Standarddinge, wie, die Heizung ausdrehen wenn ich das Fenster ausmache. (Mittlerweile kommt natürlich auch der finanzielle Aspekt dazu, warum das Sinn macht.)
Ich kaufe bio und regional wann immer das möglich ist und versuche, einfach bewusst zu konsumieren. Selten Fleisch zu essen, zum Beispiel. Kein Obst außer Saison zu kaufen, oder eher die Lebensmittel mit weniger Verpackung. Nicht zu viel, so dass ich nichts wegwerfen muss.
Auch bei Kleidung und Elektronik ist mir das wichtig. Ich habe zum Beispiel ein Fairphone. Das ist ein Smartphone, das bei der Produktion soziale Werte sehr wichtig nimmt: Es hält möglichst lange (besteht zum Beispiel auch aus verschiedenen Modulen, die man selbst auseinanderbauen und für wenig Geld ersetzen kann, so dass man nicht gleich ein neues Handy braucht wenn nur der Stecker kaputt ist), die Materialien wurden so fair wie möglich angeschafft, die Firma achtet auf gute Arbeitsbedingungen, und sie fördern Wiederverwendung und Recycling der Geräte. Ich habe das Handy jetzt schon seit zwei oder drei Jahren und trotz kleinerer Macken funktioniert es hervorragend und ich kann auch einfach immer selbst oder mithilfe der Community alle Probleme lösen, die ich habe. Es gibt mir ein wahnsinnig gutes Gefühl, ein so faires Handy zu benutzen.
Wenn ich neue Kleidung brauche und genügend Geld habe, kaufe ich auch manchmal bei Armed Angels ein. Die produzieren bio, nachhaltig und fair. Oder, meine neuen Barfußschuhe. Wobei ich da erst beim Kauf erfahren hab, dass die komplett in Deutschland produziert wurden ;)
All das mach ich natürlich nicht immer. Es ist oft teuer oder umständlich. Bei Kleidung und Elektronik sind es eher einzelne, besondere Anschaffungen, die ich mache. Bei Lebensmitteln ist es mehr in meinem Alltag, aber trotzdem mache ich dort auch viele Ausnahmen und achte nicht sehr streng darauf. Es geht mir eher darum, dass ich mir immer im Klaren darüber bin was ich kaufe, und mich bemühe, dabei bewusste und informierte Entscheidungen zu treffen.
Manchmal machen sich Leute über diese "Öko-Tendenzen" lustig. Aber für mich ist es einfach ein Teil von der Person, die ich bin. Es macht mich unglaublich glücklich und zufrieden, wenn ich mich bemühe, nachhaltig und fair und umweltfreundlich zu leben. Wir sind nicht alleine auf dieser Welt, und diese Welt hat auch nicht grenzenlose Ressourcen zu bieten, und deshalb tut es mir und allen anderen gut, wenn ich darauf achte, wie ich in dieser Welt lebe.
Deshalb spende ich auch gerne in Kampagnen, die ich online sehe und die mir am Herzen liegen, oder ich gebe Mikrokredite bei Kiva. (Das ist wie Spenden, nur eben nicht, weil die Personen, die sonst keinen Kredit bekommen würden, alles wieder zurückzahlen. Halt langsam, und in kleinen Beträgen. Aber fast immer ganz.)
Das alles war jetzt ehrlich gesagt einfach nur Werbung für die ganzen coolen Dinge, von denen ich so begeistert bin ;) Es fühlt sich ein bisschen an wie angeben, und ich muss mich echt zusammenreißen, das nicht zu relativieren oder kleiner zu reden. Ich will echt nicht angeben, aber ich bin halt ehrlich begeistert und überzeugt von diesen Dingen, und wenn es hier um Selbstliebe geht, dann... ja, dann will ich das auch mal herausstellen.
Aber von all diesen materiellen Dingen abgesehen: Ich finde, ich (und so viele andere Menschen) mach die Welt auch einfach dadurch zu einem besseren Ort, dass ich gute Werte habe und nett zu anderen bin und mich selbst verbessere und dadurch diese positiven Dinge ein Stück weiter verteile, bis sie sich immer weiter ausbreiten. Wenn ich jemanden auf der Straße anlächle, lächelt der vielleicht die nächste an, weil er sich darüber so gefreut hat, und so trägt sich das immer weiter. Wenn ich in den Fandoms in denen ich bin, positiv und ruhig bin und von meinen Überzeugungen erzähle, beeinflusst das die Menschen, die mir auf Twitter und Tumblr folgen, und es verändert sie vielleicht auf kleine Arten, so dass auch sie das wieder weiter tragen können (genau so, wie ich auch es mache mit den Dingen, die ich online lerne und gut finde). Wenn ich jemandem öffentlich einen netten Kommentar hinterlasse oder meine Geschichte erzähle oder einen Spruch poste, der mich bewegt hat, dann sieht das jemand anderes und fühlt sich berührt und lernt etwas für sich und schon wieder ist die Welt ein kleines bisschen besser.
Ich glaube, dass wir alle, die wir nett und empathisch und leidenschaftlich und bewegt sind, die Welt sehr viel mehr verändern, als uns oft bewusst ist. Veränderungen passieren langsam und unterschwellig. Es sind nicht immer die deutlichen und großen Dinge, die wirklich nachhaltig Wirkung zeigen. Meistens ist es glaub ich viel eher, dass wir durch unser Dasein auf dieser Welt, wo wir ständig bemüht sind, uns selbst zu verbessern, auch automatisch andere mitbeinflussen. Und wenn wir eben positiv an uns selbst arbeiten, arbeiten wir auch ganz ohne uns anzustrengen positiv an anderen mit.
Und wenn uns das bewusst wird, können wir es sogar nutzen und noch mal um so vieles verstärken.
Und das finde ich schön. :)
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Freitag, 4. Mai 2018
Mittwoch, 15. Juni 2016
Ein tolles Video zum Massaker in Orlando.
Natürlich ist Amerika nicht nur schlecht, und es gibt auch wunderbare Menschen dort, die für die richtigen Dinge kämpfen.
Einer, der mich sehr berührt, ist Tyler Oakley, und er hat dieses tolle Video dazu gemacht, wie er sich gefühlt hat, warum LGBTQ+-Menschen nicht den Mut verlieren sollen, und was man tun kann.
Einer, der mich sehr berührt, ist Tyler Oakley, und er hat dieses tolle Video dazu gemacht, wie er sich gefühlt hat, warum LGBTQ+-Menschen nicht den Mut verlieren sollen, und was man tun kann.
Danke, Deutschland, dass du nicht Amerika bist.
Am Sonntag wurden in einem Schwulenclub in Orlando 49 Menschen getötet.
Es war Latino-Nacht, es waren Trans*-Menschen dort, und es waren unzählige LGBTQ+ Menschen einfach in einer Bar, in der sie sich sicher fühlen wollten.
Omar Mateen schoss dort mit einer Waffe um sich. 49 Menschen starben, genauso viele wurden schwer verletzt.
Omar Mateen war 29. Er rief vor der Tat bei der Polizei an, sagte, er sei Teil des IS. Sagte, es wäre ein islamistischer Akt.
Das FBI fand keine Verbindungen zu islamistischen Gruppen.
Omar Mateen wurde vorher mehrmals in dem Club gesehen. Er war auf einer schwulen Dating-App angemeldet. Von Menschen in seinem Leben wurde er als homophob bezeichnet.
Danke, Deutschland, dass du diese Fakten nennst. Danke, dass du sagst, dass es wahrscheinlich kein Angriff des Islams auf Amerika war, sondern ein Angriff eines LGBTQ+-Hasser auf diese Menschen. Du sagst es erst im zweiten Satz, aber immerhin sagst du es.
Danke, Deutschland, dass du nicht Trump bist. Danke, dass du nicht Glückwünsche entgegen nimmst, weil du gleich gewusst hättest, dass die Muslime dir nicht gut tun. Danke, dass du nicht heuchlerisch über LGBT-Menschen redest, in dem gleichen Satz in dem du deine Wahlkampfgegnerin schlecht machst, während jeder weiß, dass du uns nicht magst.
Nein, Amerika ist nicht nur Trump. Ja, einzelne Menschen, die unglaublich schrecklich sind, kann es überall geben.
Du kannst nichts dafür, Deutschland, dass du jetzt gerade kein so schreckliches Monster mit so großer Macht hast. Trotzdem, ich bin dankbar.
Danke, Deutschland, dass hier nur 1,01 Menschen pro 100.000 Einwohner jährlich durch eine Schusswaffe sterben, während es in Amerika 10,54 pro 100.000 sind.
Danke, Deutschland, dass du strengere Waffengesetze hast. Danke, dass du ein nationales Waffenregister eingeführt hast. Danke, dass du nicht in der Verfassung ein Recht auf eine eigene Waffe regelst. Danke, dass du verlangst, dass potentielle Käufer sich überprüfen lassen müssen. Danke, dass du verlangst, dass es einen Grund geben muss, warum man die Waffe benötigt. Danke, dass du all diese Regeln für uns aufstellst, während Amerika das nicht tut.
Danke, Deutschland, dass es hier deshalb "nur" 30,3 Schusswaffen (legal und illegal) auf 100 Einwohner bei normalen Bürgern gibt. Nicht 101,5, wie in Amerika.
Hunderteins. Pro Hundert.
Danke, Deutschland, dass du die "other countries" in dieser Grafik bist.
Deutschland, du bist nicht immer so wirklich toll. Deine Politik macht mir manchmal richtig Angst. Du liefert so viele Waffen an andere Länder. Es gibt Länder, in denen weniger Privatpersonen Schusswaffen besitzen als hier und es weniger Tote durch diese gibt. Du hast die AfD, und du hast fragwürdige Flüchtlingspolitik, und auch du hast steigende Fremdenfeindlichkeit. Du hast die Ehe noch nicht für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet, und auch sonst gibt es vieles wo du gerne konservativ bleibst, während ich mir Fortschritt wünsche.
Aber du bist Nummer 16 von 163 Ländern im Global Peace Index, und Amerika ist 103.
Ich muss nicht deinen mächtigsten Politikern schreiben, verzweifelt, damit die mehr als "thoughts and prayers" anbieten und tatsächlich etwas tun. Ich muss nicht um strengere Waffengesetze flehen und wissen, dass mein Nachbar, meine Familie, vielleicht ganz anders denkt.
Ich muss nicht entsetzt vor einer Statistik sitzen, die mir sagt, dass in meinem Land mehr Massaker in 2016 waren, als es bisher Tage gab.
Ich sehe Aufrufe, etwas zu tun, verzweifelt und herzergreifend, und ich spende für Organisationen, die für strengere Waffengesetze in Amerika kämpfen, obwohl das nicht mein Land ist.
Ich muss NICHT meinen Politikern schreiben, um für mich selbst diese Waffengesetze zu erreichen.
Du hast sie schon, Deutschland.
Danke.
Dir wird oft nur gesagt, was du falsch machst. Ich bin dabei genauso schuldig wie der nächste.
Ich will das heute anders machen. Mir ist das wichtig, was du mir gibst. Mir ist das wichtig, dass deine Waffengesetze so streng sind und ich mich deshalb hier so sicher fühle.
Bitte bleib weiter so. Ich brauche dich so.
Du bist nicht Amerika, und ich danke dir dafür.
Es war Latino-Nacht, es waren Trans*-Menschen dort, und es waren unzählige LGBTQ+ Menschen einfach in einer Bar, in der sie sich sicher fühlen wollten.
Omar Mateen schoss dort mit einer Waffe um sich. 49 Menschen starben, genauso viele wurden schwer verletzt.
Omar Mateen war 29. Er rief vor der Tat bei der Polizei an, sagte, er sei Teil des IS. Sagte, es wäre ein islamistischer Akt.
Das FBI fand keine Verbindungen zu islamistischen Gruppen.
Omar Mateen wurde vorher mehrmals in dem Club gesehen. Er war auf einer schwulen Dating-App angemeldet. Von Menschen in seinem Leben wurde er als homophob bezeichnet.
Danke, Deutschland, dass du diese Fakten nennst. Danke, dass du sagst, dass es wahrscheinlich kein Angriff des Islams auf Amerika war, sondern ein Angriff eines LGBTQ+-Hasser auf diese Menschen. Du sagst es erst im zweiten Satz, aber immerhin sagst du es.
Danke, Deutschland, dass du nicht Trump bist. Danke, dass du nicht Glückwünsche entgegen nimmst, weil du gleich gewusst hättest, dass die Muslime dir nicht gut tun. Danke, dass du nicht heuchlerisch über LGBT-Menschen redest, in dem gleichen Satz in dem du deine Wahlkampfgegnerin schlecht machst, während jeder weiß, dass du uns nicht magst.
Nein, Amerika ist nicht nur Trump. Ja, einzelne Menschen, die unglaublich schrecklich sind, kann es überall geben.
Du kannst nichts dafür, Deutschland, dass du jetzt gerade kein so schreckliches Monster mit so großer Macht hast. Trotzdem, ich bin dankbar.
Danke, Deutschland, dass hier nur 1,01 Menschen pro 100.000 Einwohner jährlich durch eine Schusswaffe sterben, während es in Amerika 10,54 pro 100.000 sind.
Danke, Deutschland, dass du strengere Waffengesetze hast. Danke, dass du ein nationales Waffenregister eingeführt hast. Danke, dass du nicht in der Verfassung ein Recht auf eine eigene Waffe regelst. Danke, dass du verlangst, dass potentielle Käufer sich überprüfen lassen müssen. Danke, dass du verlangst, dass es einen Grund geben muss, warum man die Waffe benötigt. Danke, dass du all diese Regeln für uns aufstellst, während Amerika das nicht tut.
Danke, Deutschland, dass es hier deshalb "nur" 30,3 Schusswaffen (legal und illegal) auf 100 Einwohner bei normalen Bürgern gibt. Nicht 101,5, wie in Amerika.
Hunderteins. Pro Hundert.
Danke, Deutschland, dass du die "other countries" in dieser Grafik bist.
Deutschland, du bist nicht immer so wirklich toll. Deine Politik macht mir manchmal richtig Angst. Du liefert so viele Waffen an andere Länder. Es gibt Länder, in denen weniger Privatpersonen Schusswaffen besitzen als hier und es weniger Tote durch diese gibt. Du hast die AfD, und du hast fragwürdige Flüchtlingspolitik, und auch du hast steigende Fremdenfeindlichkeit. Du hast die Ehe noch nicht für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet, und auch sonst gibt es vieles wo du gerne konservativ bleibst, während ich mir Fortschritt wünsche.
Aber du bist Nummer 16 von 163 Ländern im Global Peace Index, und Amerika ist 103.
Ich muss nicht deinen mächtigsten Politikern schreiben, verzweifelt, damit die mehr als "thoughts and prayers" anbieten und tatsächlich etwas tun. Ich muss nicht um strengere Waffengesetze flehen und wissen, dass mein Nachbar, meine Familie, vielleicht ganz anders denkt.
Ich muss nicht entsetzt vor einer Statistik sitzen, die mir sagt, dass in meinem Land mehr Massaker in 2016 waren, als es bisher Tage gab.
Ich sehe Aufrufe, etwas zu tun, verzweifelt und herzergreifend, und ich spende für Organisationen, die für strengere Waffengesetze in Amerika kämpfen, obwohl das nicht mein Land ist.
Ich muss NICHT meinen Politikern schreiben, um für mich selbst diese Waffengesetze zu erreichen.
Du hast sie schon, Deutschland.
Danke.
Dir wird oft nur gesagt, was du falsch machst. Ich bin dabei genauso schuldig wie der nächste.
Ich will das heute anders machen. Mir ist das wichtig, was du mir gibst. Mir ist das wichtig, dass deine Waffengesetze so streng sind und ich mich deshalb hier so sicher fühle.
Bitte bleib weiter so. Ich brauche dich so.
Du bist nicht Amerika, und ich danke dir dafür.
Dienstag, 22. März 2016
Warum ich Angst habe.
Das was hier folgt habe ich genauso auf facebook eingestellt. Ich hab heute viel nachgedacht und hab Angst vor der Zukunft, und auf facebook gibt es vielleicht Menschen, die anders denken als ich, und bei denen ich noch was bewirken kann. Ich muss es einfach versuchen.
Ich habe Angst.
Was zurzeit in der Welt passiert, ist überwältigend und bedrohlich und frustrierend und einschüchternd.
Teilweise bis zu 20% der Menschen die zur Wahl gehen, wünschen sich hierzulande eine Partei an die Macht, die Dinge sagt, wie man sie wohl kurz vor 1933 überall lesen konnte.
Dinge, die die AfD will, sind zum Beispiel:
- Täter, die alkohol- oder psychisch krank sind, nicht therapieren, sondern zu reinen Gefängnisstrafen verurteilen
- Alleinerziehende nicht mehr staatlich unterstützen (da "selbstgewählte Situation")
- Wehrpflicht wieder einführen
- vom Staat finanzierte Fernsehsender einführen
Davon abgesehen wird zum Beispiel der Klimawandel geleugnet, anstatt ihn anzugehen, oder am Antidiskriminierungsgesetz gekürzt - für mich als Lesbe nicht gerade beruhigend.
(Mehr Infos zu all dem gibt es unter anderem in diesem klar strukturiertem Artikel: https://correctiv.org/…/03/14/das-afd-programm-entschluess…/)
Dinge, die die AfD will, sind zum Beispiel:
- Täter, die alkohol- oder psychisch krank sind, nicht therapieren, sondern zu reinen Gefängnisstrafen verurteilen
- Alleinerziehende nicht mehr staatlich unterstützen (da "selbstgewählte Situation")
- Wehrpflicht wieder einführen
- vom Staat finanzierte Fernsehsender einführen
Davon abgesehen wird zum Beispiel der Klimawandel geleugnet, anstatt ihn anzugehen, oder am Antidiskriminierungsgesetz gekürzt - für mich als Lesbe nicht gerade beruhigend.
(Mehr Infos zu all dem gibt es unter anderem in diesem klar strukturiertem Artikel: https://correctiv.org/…/03/14/das-afd-programm-entschluess…/)
Das alles macht mir Angst. Für mich sind das alles Entscheidungen, die ganz grundlegend falsch sind, die uns als Bürger in unserer Mündigkeit einschränken würden, uns kontrollieren und sozial weniger unterstützen, die uns fünfzehn Schritte zurück gehen lassen und aus dem Land, das ich als relativ frei und sicher und gut empfinde, für mich ein dunkles, beängstigendes und rückständiges machen. Eins, in dem ich mich nicht wohl fühlen würde.
Noch nicht so schlimm wäre das, wenn nur ein paar verrückte Leute das gut finden würden.
Schlimm ist es, weil es so viele sind. Weil, rein statistisch gesehen, von den Leuten die mich hier als Freunde haben, bestimmt auch welche dabei sind, die die AfD gut finden. Und das ist es, was mir verdammt Angst macht. Weil es realistisch scheint, dass die AfD noch mehr Macht bekommt.
Und weil für mich als eigentlich immer optimistisch in die Zukunft blickendenen Menschen plötzlich Gedanken an Unterdrückung und Krieg aufkommen.
Noch nicht so schlimm wäre das, wenn nur ein paar verrückte Leute das gut finden würden.
Schlimm ist es, weil es so viele sind. Weil, rein statistisch gesehen, von den Leuten die mich hier als Freunde haben, bestimmt auch welche dabei sind, die die AfD gut finden. Und das ist es, was mir verdammt Angst macht. Weil es realistisch scheint, dass die AfD noch mehr Macht bekommt.
Und weil für mich als eigentlich immer optimistisch in die Zukunft blickendenen Menschen plötzlich Gedanken an Unterdrückung und Krieg aufkommen.
Nicht weniger schlimm als der Zuspruch zur AfD hierzulande ist für mich der Zuspruch für Trump in den USA. Beide sind für mich komplett auf einer Ebene. Radikale Rechte, die die soziale und gute Arbeit, die in der Politik in Jahrzehnten erreicht wurde, zugrunde richten würden, wenn sie nur könnten.
(Ich hoffe, sie werden nicht können.)
(Ich hoffe, sie werden nicht können.)
Heute gab es einen Anschlag in Brüssel. Menschen sind gestorben. So wie ständig in anderen Ländern, aber jetzt mal wieder ganz nah bei uns.
Ich habe Angst, dass das hier auch passiert.
Noch mehr Angst habe ich davor, wie Menschen darauf reagieren, und dass der Fremdenhass und die Rechtsradikalität, aber auch die rechten Gedanken im Kleinen, größer werden.
Ich verstehe, wenn Menschen - auch du, der du das hier vielleicht liest - Angst vor dem Flüchtlingsstrom haben. Es ist beängstigend. Ja. Es ist was großes, was da passiert, und es macht uns als Land Probleme, und wir müssen schauen, wie wir damit umgehen können. Vielleicht müssen wir Einbußen machen.
Aber das ist es eben, was wir tun müssen. Wir können nicht die Augen verschließen und in unserer Angst wütend werden.
Wir können nicht das tun, was unserer Vorfahren vor gerade mal 60 Jahren getan haben.
Es ist gerade mal etwas über 60 Jahre her, dass wir mitten im Krieg steckten, weil unsere Vorfahren - nur zwei, drei Generationen vor uns! - nicht frühzeitig die Warnsignale gesehen haben und für soziale, menschliche, progressive Politiker gestimmt haben.
Ich weiß, Menschen haben Angst. Ich weiß, Menschen sind unzufrieden. Aber verdammt noch mal, wir können uns davon nicht unsere Zukunft verbauen. Wir wollen doch alle glücklich und frei in diesem Land leben. Das wollen wir alle, ob links, rechts, oder irgendwo in der Mitte.
Aber das können wir nur, wenn wir jetzt nicht die gleichen Schritte gehen wie die Menschen vor uns, als sie Hitler an die Macht setzten.
Und das tun viel zu viele Menschen in diesem Land gerade.
Ich habe Angst, dass das hier auch passiert.
Noch mehr Angst habe ich davor, wie Menschen darauf reagieren, und dass der Fremdenhass und die Rechtsradikalität, aber auch die rechten Gedanken im Kleinen, größer werden.
Ich verstehe, wenn Menschen - auch du, der du das hier vielleicht liest - Angst vor dem Flüchtlingsstrom haben. Es ist beängstigend. Ja. Es ist was großes, was da passiert, und es macht uns als Land Probleme, und wir müssen schauen, wie wir damit umgehen können. Vielleicht müssen wir Einbußen machen.
Aber das ist es eben, was wir tun müssen. Wir können nicht die Augen verschließen und in unserer Angst wütend werden.
Wir können nicht das tun, was unserer Vorfahren vor gerade mal 60 Jahren getan haben.
Es ist gerade mal etwas über 60 Jahre her, dass wir mitten im Krieg steckten, weil unsere Vorfahren - nur zwei, drei Generationen vor uns! - nicht frühzeitig die Warnsignale gesehen haben und für soziale, menschliche, progressive Politiker gestimmt haben.
Ich weiß, Menschen haben Angst. Ich weiß, Menschen sind unzufrieden. Aber verdammt noch mal, wir können uns davon nicht unsere Zukunft verbauen. Wir wollen doch alle glücklich und frei in diesem Land leben. Das wollen wir alle, ob links, rechts, oder irgendwo in der Mitte.
Aber das können wir nur, wenn wir jetzt nicht die gleichen Schritte gehen wie die Menschen vor uns, als sie Hitler an die Macht setzten.
Und das tun viel zu viele Menschen in diesem Land gerade.
Du, der das hier liest: Pass auf. Informiere dich. Trau dich, dich auch mal mit der Gegenmeinung auseianderzusetzen - sei das eher rechts, oder eher links, das ist egal, es ist wichtig, dass wir das "dagegen" verstehen lernen.
Erinnere dich daran, dass wir schon zwei mal einen Weltkrieg begonnen haben. Wollen wir diese Tradition wirklich weiterführen?
Denke daran, dass auch Deutsche schon in andere Länder flüchten mussten.
Denke daran, dass du an Weihnachten zwanzig Euro für die Menschen in armen Ländern spendest, weil sie dir da einmal im Jahr Leid tun. Es tut weh, diese Menschen jetzt bei uns zu sehen, ja, weil dir ihr Leid weh tut, aber mit deinen zwanzig Euro konntest du sie eben nicht wegkaufen. Sie sind jetzt hier, und wir müssen uns kümmern.
Erinnere dich daran, dass wir schon zwei mal einen Weltkrieg begonnen haben. Wollen wir diese Tradition wirklich weiterführen?
Denke daran, dass auch Deutsche schon in andere Länder flüchten mussten.
Denke daran, dass du an Weihnachten zwanzig Euro für die Menschen in armen Ländern spendest, weil sie dir da einmal im Jahr Leid tun. Es tut weh, diese Menschen jetzt bei uns zu sehen, ja, weil dir ihr Leid weh tut, aber mit deinen zwanzig Euro konntest du sie eben nicht wegkaufen. Sie sind jetzt hier, und wir müssen uns kümmern.
Und verdammt noch mal: Wähl nicht die AfD.
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